Nachfolgend eine Auflistung der Positionen, die bei jeder Produktion in englischsprachigen Ländern besetzt werden, egal ob die Produktion hunderttausend oder hundertmillionen Mark kosten soll.
Es gibt keine Abweichung von dieser Struktur, weil sie sich in unzähligen Produktionen entwickelt hat und sich permanent weiterentwickelt.
Gewisse Positionen werden neu definiert, um sich optimal dem gegebenen Produktionsprozess anzupassen. Beispiele hierfür sind die bedeutende Rolle des Post Production Supervisor und Digital Effects Supervisor oder die Konzentration der Arbeit des 2. ADs auf die Verwaltung von Produktionsinformationen vom und ans Set.
Diese Auflistung basiert sowohl auf der Felderfahrung verschiedener Filmschaffender als auch auf den Gewerkschafts- und Zunftbestimmungen für diese Berufe.
Produzent
1.Der Produzent besorgt und betreut vier Elemente: Geld, Drehbuch, Regisseur und Schauspieler.
2.Er ist Arbeitgeber und besitzt Weisungsbefugnis über alle Aspekte der Produktion.
3.Der Produzent muss durch seine Produktionsentscheidungen festlegen, welche Ansprüche eine Produktion erfüllen soll. Ob es z.B. wichtiger ist, mehr Geld für Schauspieler oder für SFX auszugeben. Eine erfolgreiche Ausnutzung der vorhandenen Gelder erzeugt einen hohen “Production Value”. “Production Value” heißt, dass die vorhandenen Mittel so effizient wie möglich zur Herstellung des Films eingesetzt werden.
Line Producer
Ursprünglich betreute der Produzent viele Projekte gleichzeitig. Er konnte aber nur begrenzt die anfallenden Informationen verarbeiten. Der Line Producer betreut ein einzelnes Projekt im Auftrag des Produzenten.
Production Manager/UPM
1.Der PM wird als Erster eingestellt. Von diesem Tag an verwaltet er im Auftrag des Produzenten alle nicht kreativen Produktionsentscheidungen.
2.Seine erste Aufgabe ist es, eine Kalkulation zu erstellen. Dafür bekommt er drei Angaben vom Produzenten: Wieviel Zeit und Geld die Produktion hat, und welcher “Production Value” erwartet wird.
3.Er ist für die Anstellung des Personals und die Kontrolle der Kosten verantwortlich.
4.Unter der Leitung des Produzenten ist der PM für die Ermöglichung, Koordinierung und Überprüfung der Produktionsvorbereitungen aller an der Produktion Beteiligten zuständig. Der PM ist kontinuierlich an den Produktionsvorbereitungen beteiligt, um die Effizienz zu garantieren.
5.Er kontrolliert die Erstellung von Drehbuchauszügen und der Drehfolge. Er sorgt dafür, dass die AD“s so informiert sind, dass sie der Produktion möglichst nützlich sind. Z.B. kann der 1. AD Einsicht in die Schauspielerverträge bekommen, um Kosten zu sparen.
6.Der PM leitet die ständige Logistik, die außerhalb des Drehortes aufgestellt wird.
7.Der PM trifft alle täglichen Entscheidungen bezüglich des Drehortes, der Kalkulation, der Drehfolge und des Personals.
8.Er ist formal für die Organisation von wichtigen Motiven und Verträgen zuständig. Dies schließt sowohl Verträge mit Personal und Schauspielern als auch Verträge zur Freigabe von Film- und Fotoverwertungsrechten usw. ein, sofern dies noch nicht vom Produzenten erledigt wurde.
9.Der PM ist, wenn notwendig, für die Kommunikation mit Behörden und anderen offiziellen Stellen zuständig, die über das Drehvorhaben informiert werden müssen.
10.Er ist ebenfalls für die Transportlogistik und die Unterkünfte von Personal und künstlerischen Mitarbeitern verantwortlich.
11.Beim Drehen ist der PM ist auch für Folgendes zuständig: (a) die Einstellung von Zusatzpersonal nach Bedarf, (b) die Überprüfung sämtlicher Vorbereitungen, (c) die pünktliche Lieferung der Ausrüstung und (d) die Organisation der Verpflegung.
12.In letzter Instanz ist er auch dafür verantwortlich, daß die Schauspieler ihre Dispo kennen und daß sie die aktuelle Fassung erhalten. Der PM sorgt dafür, daß nicht erreichbare Teammitglieder ihre Dispo selbst vom Coordinator oder AD einholen.
13.Er übersieht die Erstellung des Produktionsberichts und dessen Verteilung an die jeweiligen Abteilungen.
14.Der PM ist für die Sicherheit und für die Arbeitsbedingungen der Produktion verantwortlich.
15.Er verhandelt mit der für die Produktion zuständigen Versicherungsagentur.
Production Coordinator
1.Erste Anlaufstelle für alle Produktionsfragen.
2.Koordiniert den Informationsfluss, so dass der PM sich auf die wichtigsten Aufgaben konzentrieren kann.
3.Gibt Bestellungen für Personal, Material oder Ausrüstung nach Anweisungen des PM“s auf.
4.Organisiert im Auftrag des PM“s alle produktionsrelevaten Fragen.
5.Erledigt Hotel- und Reisereservierungen.
6.Kontrolliert die Vervielfältigung und Verteilung von Produktionsinformationen, d.h. Dispo, Berichte, DODs usw.
7.Überprüft die Aufstellung der Produktionsakten.
8.Führt das Büro und die Büropraktikanten.
9.Koordiniert die Einreise und die Behördengänge für ausländisches Personal.
10.Ist zuständig für die Erfüllung der Sonderwünsche von Schauspielern, Regisseur und Produzent.
11.Gibt Informationen über Anreise und Transportbedürfnisse wichtiger Personen an die Transportabteilung.
12.Unterhält ständigen Kontakt mit dem Geräteverleih bezüglich der Ersatzteile, Neubestellungen oder anstehender Produktionserfordernisse.
13.Bestellt den Rohfilm, Standfotomaterial, Tonrollen und Verbrauchsmaterialien.
14.Ist vor dem offiziellen Arbeitsbeginn im Büro und hört erst nach Empfang der Tagesberichte auf.
15.Ist die Verlängerung der AD-Abteilung bei Problem- oder Katastrophenbewältigung.
16.Stellt Produktionspersonal im Auftrag des PM“s nach Bedarf ein.
17.Unterhält regelmäßigen Kontakt mit Gewerkschaften und Zünften, um deren Anmeldebedingungen und Informationserfordernissen nachzukommen.
Production Secretary
1.Bedient das Telefon.
2.Sortiert die Produktionsakten.
3.Erstellt und kontrolliert die Dispo und das Kopieren von Produktionsunterlagen.
4.Erstellt die Team- und Kontaktliste.
5.Erstellt die Schauspielerliste.
6.Trägt die Infos in den Produktionsbericht ein.
7.Erledigt alle für die Produktion notwendigen Schreib- und Büroarbeiten.
8.Verfügt über alle notwendigen Informationen, d.h. kann jedes Teammitglied, jede Produktions-, Dienst- oder Sachleistung, problemlos orten.
Director
1.Der Regisseur untersteht einzig und allein dem Produzenten. Er ist insofern ein Arbeitnehmer, der unter den gegebenen Produktionsbedingungen arbeiten muss. Im Alltag der Produktion überträgt der Produzent dem PM Weisungsbefugnisse, die auch für den Regisseur bis auf Widerruf des Produzenten gelten.
2.In den USA darf der Regisseur den 1. AD nur bei Spielfilmen aussuchen.
3.Der Regisseur ist das kreative Zentrum der Produktion. Seine Autorität über den Drehort ist vollkommen.
4.Die Drehfolge zu Hilfe ziehend beschließt der Regisseur, wer und was gedreht werden muss, und wo die Kamera stehen soll. Seine Anweisungen gibt er an den 1. AD und den Kameramann weiter.
5.Er führt die Schauspieler und trifft künstlerische Entscheidungen, die alle Bereiche der Produktion beeinflussen.
6.Er allein entscheidet, welche Aufnahmen kopiert werden.
7.Der Regisseur hat normalerweise ein Anrecht darauf, wichtige künstlerische Positionen mitzubesetzen.
1. AD
1.Der 1. AD ist nicht eingestellt, um künstlerische Entscheidungen zu treffen, sondern um sein organisatorisches Talent und Können einzusetzen.
2.Zusammen mit dem PM organisiert er die Pre-Produktion in Hinblick auf das geplante Team und auf die Produktionsausrüstung.
3.Normalerweise erstellt er die Drehbuchauszüge und die Drehfolge. Die Drehfolge muss bezüglich der Kalkulation realisierbar sein, insbesondere im Hinblick auf die Disposition der Hauptdarsteller und der für die Produktion notwendigen Aufnahmen.
4.Auf Wunsch des Production Managers kann er sich mit der Organisation von Drehorten beschäftigen. Vor allem im Hinblick auf deren Eignung für die Produktion.
5.Der AD kann auch vom Production Manager zusätzlich Verantwortungen übernehmen.
6.In Abwesenheit des PM“s kann der 1. AD vor Ort die vertragliche Organisation, z.B. der Stunts, oder der Statusänderungen von Komparsen zu Kleindarstellern übernehmen.
7.DOD vorbereiten und die Dispositionszeiten entscheiden.
8.Bereitet die Tagesdispo mit vor.
9.Achtet auf Wetterberichte und plant daraus resultierende Änderungen.
10.Während des Drehs assistiert er dem Regisseur bei folgenden Aufgaben:
(a) Drehortüberwachung oder -fertigstellung,
(b) koordiniert und führt das Team und die Schauspieler und deren Arbeitsabläufe und
(c) sorgt für einen reibungslosen Produktionsablauf.
11.Nachdem der Regisseur entschieden hat, welche Bilder an dem gegebenen Tag zu drehen sind, erstellt der 1. AD eine Arbeitssequenz fürs Team.
12.Übernimmt die Führung von Komparsen und Hintergrundbewegungen.
13.Der 1. AD gibt durch, ob Umbauten zwischen den Aufnahmen notwendig sind, und was als nächstes gedreht wird. Er kennt die Reihenfolge der Aufnahmen auswendig und weiß daher auch, wer für welche Einstellung gebraucht wird. Wenn Schauspieler das Set verlassen möchten, muss der AD wissen, wann sie wieder benötigt werden.
14.Er sorgt für das schnellstmögliche Abdrehen der Einstellung.
15.Der 1.AD ist die Vertretung des PMs vor Ort. In Abwesenheit des PMs hat er Weisungsbefugnisse, die nur mit denen des Regisseurs vergleichbar wären.
2. AD
1.Der 2. AD ist die Informationsschnittstelle der Produktion. Der 2. AD erzeugt und kontrolliert die schriftliche Wiedergabe von Informationen ans Team und an die Schauspieler, insbesondere bezüglich der Reihenfolge der Arbeit.
2.Der 2. AD kann auf Anfrage bei der Suche, Bewertung und Führung von Motiven eingesetzt werden.
3.Der 2. AD kann auf Anfrage an der Organisation von Ausrüstung und Personal beteiligt sein.
4.Das Bereitstellen des Essens und das Organisieren von Unterkünften kann ihm auf Anfrage übertragen werden.
5.Er erstellt nach Angaben des 1. AD die Tagesdispo. Nach Billigung durch den PM ist die verteilte Dispo mit einem Arbeitsauftrag gleichzusetzen. Jeder ist verpflichtet, sie einzuhalten.
6.Er vergibt nach Angaben des 1. ADs die Arbeitszeiten.
7.Er verteilt Informationen über die Vordispo.
8.Er ist für die Verteilung von Drehbuchfassungen und -veränderungen ans Team und an die Schauspieler zuständig.
9.Er ist für die Bestellung und Organisation der Komparserie zuständig. Der 2. AD verwaltet alle Formulare und Verträge, die mit der Komparserie zu tun haben.
10.Der 2. AD kontrolliert, ob die Schauspieler rechtzeitig ankommen und rechtzeitig geschminkt und kostümiert sind. Dann kontrolliert er die Ankunft der Komparsen. Die Komparsen unterstehen den ADs.
11.Der 2. AD führt alle Praktikanten.
12.Er ist auf Anfrage bei der Führung von Komparserie und Hintergrundbewegungen behilflich.
13Der 2. AD notiert sich kontinuierlich alle Angaben, die für die Erstellung des Tagesberichts notwendig sind.
14.Der 2. AD hält die Kommunikation zwischen dem PM/Produktionsbüro und Set aufrecht. Er steht der Produktion zur Erläuterung des Produktionsstandes jederzeit zur Verfügung.
15.Der 2. AD kann auf Anfrage in Abwesenheit des PMs für Vertragsabschlüsse vor Ort eingesetzt werden.
16.Der 2. AD informiert das Büro über den Drehschluss.
17.Er treibt Continuity- und Kameraberichte ein und bereitet die Produktionsberichte vor.
18.Die Koordinierung und Organisation der nach Drehschluss anfallenden Abbauarbeiten sind seine Sache.
Script/Continuity
1.Continuity ist eine Schnittstelle zwischen Cutter und Regisseur. Da der Cutter nicht am Drehort ist, müssen ihm alle Informationen übermittelt werden.
2.Continnity kümmert sich um alle Anschlußdetails.
3.Continuity prägt sich nicht nur Requisiten-, Masken-, und Kostümdetails ein, sondern darüber hinaus auch die genauen Handlungsabläufe der Schauspieler. Wichtig ist die genauste Beschreibung des Sets während der sich verändernden Handlung. Alle wichtigen Details werden ins Drehbuch eingetragen.
4.Continuity sorgt für das deckungsgleiche Spiel der Darsteller, z.B. dass bei einem bestimmten Wort eine bestimmte Bewegung erfolgt.
5.“Direct Continuity” heißt, dass ein Detail notwendigerweise vorhanden sein muß, d.h. Mann vor der Tür mit Schlüssel, Mann im Eingangsbereich mit Schlüssel. “Indirect Continuity” bedeutet, Details oder Zustände folgen nicht aus einer Szene in die nächste, sondern werden erst in einer späteren Szene wieder sichtbar, d.h. frische Blumen in der ersten Szene, verwelkte Blumen in der späteren Szene.
6.Macht auf Unstimmigkeiten des Drehbuchs während des Produktionstreffens aufmerksam. Wenn Anwesenheit bei Produktionstreff nicht möglich, macht Continuity nach Rücksprache mit dem Regisseur jeden Abteilungsleiter auf Drehbuchunstimmigkeiten aufmerksam.
7.Die von der Produktion kommende Drehfolge wird von Continuity anhand der eigenen Drehbuchauszüge auf Fehler abgesucht, die sofort dem 1. AD zu melden sind.
8.Die Tagesdispo wird bei erster Gelegenheit von Continuity auf Widersprüche kontrolliert, die sofort dem 1. AD zu melden sind.
9.Continuity errechnet die Spielzeit des Drehbuchs.
10.Continuity beobachtet alle Proben und merkt sich alle Details, vor allem Abweichungen vom Drehbuch. Continuity bleibt immer in der Nähe des Regisseurs und notiert sich alle Bilder, die der Regisseur drehen will.
11.Continutiy verfügt über eine Liste der geplanten Einstellungen für jedes Bild und kann auf Anfrage den Stand dem 1. AD oder Regisseur durchgeben.
12.Während das Motiv für den Dreh umgebaut wird, kann Continuity vom Schauspieler darum gebeten werden, ihm beim Auswendiglernen seiner Texte behilflich zu sein.
13.Während Stell- und Textproben hat Continuity anwesend zu sein, um Abweichungen und Veränderungen zu notieren und dem Regisseur mitzuteilen. Continuity gibt den Schauspielern im Bedarfsfall Hilfestellung.
14.Continuity muss auch die Bewegung des Kamerawagens in Bezug auf die Handlung rekonstruieren können.
15.Contiunity muss das Drehbuch so weit beherrschen, dass keine improvisierte Dialogstelle in Konflikt mit einer anderen Stelle des Drehbuches tritt.
16.Continuity kontrolliert die Dauer jeder Aufnahme, Einstellung und jedes Bildes.
17.Continuity verteilt die Klappennumerierung und gibt sie dem 2. Kameraassistenten vor dem Drehen jeder Aufnahme. Eine neue Klappe ist jedesmal erforderlich, wenn: – die Kamera umgesetzt wird, – die Optik gewechselt wird sowie – bei jeder Pick-Up-Aufnahme.
18.Continuity informiert den 2. Kameraassistenten über eine Fehlklappe, die als Schlussklappe nachzuholen ist. Wenn die Kamera vorzeitig ausgeschaltet wird, informiert Continuity den Cutter darüber.
19.Während der Proben hat Continutiy die Handlung im allgemeinen, und während des Drehens speziell die Hauptdarsteller zu beobachten.
20.Nach Abschluss der Aufnahme notiert sich Continuity die Kopierer, deren Unterschiede sowie den Grund für nicht-kopierte Aufnahmen. Kopierer werden am Ende des Drehtages mit Ton- und Kameraberichten verglichen, um die Übereinstimmung zu gewährleisten.
21.Continuity ist auch für die Anfrage des 2. Kameraassistenten zuständig, ob das Filmmaterial in der Kassette für die nächste Aufnahme noch ausreichend ist.
22.Wenn sich der Regisseur entscheidet, einen Fehler durch eine Zusatzaufnahme zu korrigieren, vergibt Continuity eine Pick-Up-Klappe. Continuity liest Stellen vor, um den Schauspielern den Einstieg zu erleichtern.
23.Continuity informiert Produzenten und Regisseur, wenn die tatsächliche Drehzeit für die Aufnahmen wesentlich von der vorgesehenen Länge abweicht. Continuity schätzt die tatsächliche Filmlänge, die jeden Tag neu kalkuliert wird, ein und notiert sie.
24.Continuity führt den täglichen Continuity-Bericht.
Locations Manager
1.ist verantwortlich für die Suche sämtlicher Drehorte sowie ihre Betreuung während des gesamten Drehvorhabens.
2.ist Chef sämtlicher Location scouts und Location-Assistenten.
(Vorbereitungsphase)
3.Der LM leitet die Location-Scouts an
4.Nach der Selektion der möglichen Drehorte organisiert und betreut der LM in Zusammenarbeit mit dem Scout die Motivbesichtigung und
5.muss hierfür im Besitz aller für das Drehvorhaben wichtigen Informationen sein.
6.Liefert dem PM alle notwendigen Informationen betreffs sämtlicher in seinen Bereich fallender Kosten.
7.Muss beständig Überblick über die Kosten haben und darüber Rücksprache mit der Produktion führen.
8.Der LM schließt im Auftrag und nach Absprache mit der Produktion, unter Berücksichtigung des hierfür vorgesehen Budgets Motivmietverträge, die sämtliche anfallenden Motivnebenkosten berücksichtigen.
9.Klärt sämtliche Erfordernisse, die sich aus dem Locationbericht herleiten mit dem Motivbesitzer und sichert sie vertraglich ab.
10.Muss bei komplizierten Drehorten Rücksprache mit der Rechtsabteilung der Firma halten.
11.Ist verantwortlich für alle die Drehorte betreffenden Versicherungen.
12.Organisiert sämtliche notwendigen Dreh-, und Sondernnutzungsgenehmigungen.
13.Ist ebenso zuständig für das Sperren von Straßen sowie sämtliche notwendige Sicherheitsmaßnahmen.
14.Engagiert nach Absprache mit der Produktion das notwendige Sicherheitspersonal.
15.Informiert den zuständigen Polizeiabschnitt, lokale Behörden sowie Nachbarn etc. über das Drehvorhaben, ist ebenso für guten Kontakt zu diesen zuständig.
16.Organisiert und überwacht sämtliche Rahmenbedingungen, siehe Locationbericht.
17.Verfügt über gute Ortskenntnisse.
18.Erstellt eine Liste aller für die Dreharbeiten wichtigen Institutionen, Geschäfte etc. (z.B. Krankenhaus, Post, Supermarkt, Tankstelle)
19.Bespricht alle größeren Veränderungen und Umbauten am Drehort mit dem Eigentümer (mit dem notwendigen Gespür für problematische Situationen).
20.Ermöglicht der Ausstattung während der Vorbereitung den Zugang zum Drehort.
(beim Dreh)
21.Erstellt Wegbeschreibungen und Skizzen für jeden neuen Drehort und übergibt diese dem Produktionsbüro, ist insofern verantwortlich, dass jeder den aktuellen Drehort findet.
22.Weist dem Transportkoordinator die Stellplätze für die Produktionseinheit zu.
23.Betreut während des gesamten Drehvorhabens die Location, ist Ansprechpartner für alle das Motiv betreffenden Fragen, ebenso wie für die Arbeitsumstände am Motiv.
24.Ist Ansprechpartner betreffs Informationen über die örtliche Infrastruktur.
25.Ist bei Fragen und Problemen Ansprechpartner für Behörden, Polizei, Nachbarn usw.
26.Ist bei SFX zuständig für sämtliche Genehmigungen und Sicherheitsmaßnahmen, was den Drehort betrifft.
27.Ist verantwortlich für die Organisation des 2. warmen Essens.
28.Ist für sämtliche Reinigungs- und Reparaturarbeiten am Motiv zuständig.
(Nachbereitung)
29.Ist für Aufräumarbeiten, Reinigung, etc. zuständig.
30.Ist Ansprechpartner für alle eventuellen Beschwerden, Versicherungsfälle etc.
31.Informiert die Produktion über sämtliche Vorkommnisse.
32.Ist im Prinzip dem 1.AD und PM untergeordnet, besitzt jedoch absolute Weisungsbefugnis bezüglich des Drehorts, d.h. er kann in gefährlichen oder vertraglich nicht zu verantwortenden Situationen den Drehort sperren.
Location-Scout
1.sucht nach den Scriptvorgaben und nach Absprache mit Regisseur und Produktionsleiter die Drehorte und berücksichtigt dabei sowohl künstlerische als auch finanzielle Vorgaben
2.besitzt alle notwendigen Informationen über Filmkommissionen, Bürgervereine, Behörden und ähnliches, die bei der Suche behilflich sein könnten
3.muss der Produktion und dem Regisseur verschiedene Vorschläge in Form einer Präsentation unterbreiten, (er fotografiert hierfür die Motive unter Berücksichtigung von Lichtverhältnissen, Größe et cetera und erstellt einen ersten Bericht, in dem mögliche Kosten, Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Besonderheiten enthalten sind)
4.erstellt den »Location«-Bericht, in dem alle wichtigen organisatorischen Posten im Einzelnen aufgeführt sind (Strom, verschiedene Aufenthalts- und Arbeitsräume, Parkplätze und so weiter) und gibt ihn an den »LM« weiter.
Transport Coordinator
1.Zuständig für die Planung und Durchführung aller Transportangelegenheiten.
2.Ist für die Disposition und Bereitstellung aller Fahrzeuge, Spielfahrzeuge, Nutzfahrzeuge sowie Fahrer und Transportpersonal zuständig.
3.Organisiert und verwaltet die für die Transportabteilung notwendige Kommunikationsinfrastruktur. Ist der einzige Angabe- und Anweisungsberechigte seiner Abteilung. Andere Fahrer und Transportpersonal verwenden ihren eigenen Funkkanal.
4.Ist für die Koordinierung der Abholung von Personal, Schauspielern, Ausrüstung und Sonderbestellungen zuständig.
5.Ist für die Errechnung von Streckenzeiten für die Abholung aller wichtigen Sachen oder Personen zuständig.
6.Sorgt dafür, dass die Produktionseinheit nach Einweisungen des Locations Managers aufgestellt wird.
7.Führt alle Fahrer und das Transportpersonal.
8.Bestellt und verwaltet alle Fahrzeuge und sorgt dafür, dass alle Fahrzeuge einsatzbereit sind. Sorgt dafür, dass nicht benötigte Fahrzeuge abgegeben werden.
9.Verfügt über Benzin- und Ölvorräte, um eine Notversorgung zu gewährleisten.
10.Unterhält Kontakte zum Abschlepp- und Reparaturdienst, um kurzfristig Probleme lösen zu können.
11.Bei größeren Produktionen wird er von einem Driver Captain assistiert, der die Wiedergabe von Informationen im Sinne des 2. AD“s verwaltet.
12.Normalerweise verfügt der TC über einen Führerschein, der ihn die Lage versetzt, alle Produktionsfahrzeuge selbständig umzusetzen.
13.Unterhält eine Liste von Zusatzfahrern, die nach Bedarf eingesetzt werden können.
Die Ansagen beim Dreh
1.Der Regisseur, die Drehfolge zu Hilfe ziehend, sagt dem 1. AD und dem Kameramann, wer und was gedreht werden muß und was die Kamera aufnehmen soll.
2.Der DOP und der 1. AD kümmern sich um die Informationswiedergabe und deren Umsetzung. Der Kameramann informiert den 1. AD, wenn das Motiv für “Line Up” fertig ist.
3.Die Schauspieler werden gebeten, ihre Handlung ohne Spiel vorzuführen (Blocking). Der Regisseur, 1. AD, DOP und andere Teammitglieder beobachten diesen Prozess.
4.Nach fertiger Vorführung der Handlung werden Markierungen von dem 2. Kameraassistenten für die Schauspieler gelegt. Der Regisseur kann das Set verlassen, und der 1. AD übernimmt die Führung. Das sogenannte zweite Team (Lichtdouble) wird eingesetzt, um die Ausleuchtung fertigzustellen. Der 1. AD muss bei der Kamera bleiben, es sei denn eine wichtigere Aufgabe zwänge ihn dazu, das Set zu verlassen. Dann muss der 2. die Führung übernehmen.
5.Der DOP sagt dem 1. AD, wann die Kamera fertig ist. Der 2. AD holt den Regisseur und die Schauspieler.
6.Es folgt eine volle Probe. Es gibt so viele Proben (Walkthrough), bis der Regisseur zufrieden ist.
7.Die ADs sorgen für Ruhe am Set. Wenn sowohl Kamera als auch Regie zufrieden sind, sagt der 1. AD “Ton ab”, der Tonmeister antwortet “speed”. Dann sagt der 1. AD “Kamera ab”. Der Operator sagt “speed”. Dann sagt der Operator “Klappe”. Der 2. Kameraassistent sagt die Klappe an und schlägt sie.
8.Der Regisseur sagt “bitte” und “aus”.
9.Der 1. AD gibt durch, ob Veränderungen notwendig sind oder ob die nächste Einstellung dran ist. Der 1. AD muss alle Einstellungen kennen. Er muss wissen, was noch zu drehen ist, und wer dafür notwendig ist. Wenn Schauspieler das Set verlassen möchten, muss der AD wissen, wann sie wieder gebraucht werden.
Zum ersten Teil des Artikels
Dieser Text erschien als Teil einer Serie über Produktionsberufe in der Fachzeitschrift Film & TV Kameramann (Hefte 8+9/2001). Wir danken für die freundliche Erlaubnis, ihn für unsere Verbandspublikation zu nutzen.
Richard Lehun
Geboren in Toronto, Kanada. Dort Mitarbeit bei Film- und Fernsehproduktionen im Bereich Produktion. Mitglied der Directors” Guild (DGC). DAAD-Stipendiat und Philosophiestudium bei Jürgen Habermas an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Mehrere Kurz- und Dokumentarkurzfilme. 2001 Abschluss als Produzent beim European Audiovisual Entrepreneurs Program (EAVE). Fetisch, sein Abschlussfilm an der dffb, wurde für den Bundeskurzfilmpreis 2002 nominiert. In Arbeit ist sein erster Spielfilm Abraham.
RegieInformationen Juli 2002 – Richard Lehun, DGC
