Nun kämpfen auch die Dokumentarfilm-Regisseure gemeinsam für ihre Ziele: “Dok-Regisseure vereinigt Euch!” – unter diesem Motto haben sich innerhalb kürzester Zeit über 300 Dokumentarfilm-Regisseure zusammengefunden und die Interessenplattform www.dok-regie.de gegründet. Unter dem Dach des BVR entsteht zudem der längst überfällige berufsständische Zusammenschluss.
Ist die Arbeit der Dok.film-Regisseure wirklich so wenig wert, wie die aktuell skandalös niedrige Vergütung und die insgesamt fehlende kultur- und programmpolitische Anerkennung signalisieren? Die Regisseure sagen entschieden: Nein!
Zum ersten Mal traten die sich organisierenden Dok.film-Regisseure während des dok.festes München an die Öffentlichkeit. Sie erklärten, diskutierten, provozierten und fordern zu einem kämpferisch-engagierten Schulterschluss auf. Gemeinsam wollen sie Wege aufzeigen und finden, die Arbeits- und Honorarbedingungen von Dok.film-Regisseuren nachhaltig zu verbessern.
Die Chefärzte der Charité
Doku, Debüt |
Deutschland 2010
Regie Yousif Al-Chalabi
Produktionsfirma TVplus
Erstaufführung EA 19. September 2010, arte -Themenabend
Die Berliner Charité ist Europas größtes Universitätsklinikum. Mehr als 130 000 stationäre Patienten werden hier jährlich behandelt - von fast 4000 Ärzten und Wissenschaftlern.
Die Charitè steht auch 300 Jahre nach ihrer Gründung für absolute Spitzenmedizin – berühmt durch Leistungen von Chefärzten wie Virchow und Sauerbruch. Auch heute sind die Chefärzte der Charité absolute Spitzenvertreter ihrer Zunft. Nirgendwo in Europa werden mehr Krankheitsfälle behandelt, die anderswo abgewiesen oder falsch gehandelt wurden.
Der Film von Regisseur Yousif Al-Chalabi ist eine nahe, einfühlsame und filmische Beobachtung der Arbeit der Berliner Spitzenmediziner. Die Dokumentation zeigt drei Stars der Branche mit ihren Teams und den Kampf um das Leben ihrer Patienten in schwierigsten Behandlungssituationen: Bypassoperationen am Gehirn, Tumorentfernung im Wachzustand und der Überlebenskampf bei extremen Frühgeburten. Hier legen die Patienten ihre ganze Hoffnung auf Heilung in die Hände der Spezialisten.
Das Filmteam hatte die einmalige Möglichkeit über mehrere Monate exklusiv und rund um die Uhr hinter den Kulissen deutscher Spitzenmedizin zu filmen. Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen die Chefärzte mit ihrem Anspruch an sich selbst und ihrem Verhältnis zu den Patienten. Sind sie unnahbare Götter in Weiß oder hoch gezüchtete Ausnahmetalente mit 16 Stunden Arbeitstagen? Ist der Chefarzt als Einzelkämpfer und „Rechthaber aus Prinzip“ ein Anachronismus und wie weit berührt sie das Schicksal ihrer Patienten?
Entstanden ist eine Dokumentation, die in atemberaubenden Bildern über 90 Minuten echt, unmittelbar und nah von den Schwierigkeiten der alltäglichen Arbeit erzählt. Die moderne filmische Sprache verdichtet die Parallel-Welten von Arzt und Patient zu einer intensiven Stimmung, die in den komplexen Operationen ihre Höhepunkte findet. Von den glücklichen Momenten einer Risikogeburt bis hin zu den dramatischen Folgen einer Tumorentfernung.
Sendetermin: Sonntag, 19. September 2010, 22.40 Uhr auf ARTE
Mitte Oktober wird die Dokumentation als Zweiteiler (2 x 45 Min.) in der ARD ausgestrahlt werden.
