Nun kämpfen auch die Dokumentarfilm-Regisseure gemeinsam für ihre Ziele: “Dok-Regisseure vereinigt Euch!” – unter diesem Motto haben sich innerhalb kürzester Zeit über 300 Dokumentarfilm-Regisseure zusammengefunden und die Interessenplattform www.dok-regie.de gegründet. Unter dem Dach des BVR entsteht zudem der längst überfällige berufsständische Zusammenschluss.
Ist die Arbeit der Dok.film-Regisseure wirklich so wenig wert, wie die aktuell skandalös niedrige Vergütung und die insgesamt fehlende kultur- und programmpolitische Anerkennung signalisieren? Die Regisseure sagen entschieden: Nein!
Zum ersten Mal traten die sich organisierenden Dok.film-Regisseure während des dok.festes München an die Öffentlichkeit. Sie erklärten, diskutierten, provozierten und fordern zu einem kämpferisch-engagierten Schulterschluss auf. Gemeinsam wollen sie Wege aufzeigen und finden, die Arbeits- und Honorarbedingungen von Dok.film-Regisseuren nachhaltig zu verbessern.
Bismarck - Kanzler und Dämon
Doku-Drama |
Deutschland 2007
Regie Christoph Weinert
Drehbuch Christoph Weinert
Regieassistenz Dirk Manthey
Verleih NDR
Produktionsfirma docstation
Er ist bekannt als der Eiserne Kanzler, dem 1871 die deutsche Einigung gelang: Otto von Bismarck, preußischer Ministerpräsident und späterer Reichskanzler. Gleichermaßen verehrt wie umstritten gilt er als eine Monumentalfigur der europäischen Geschichte. Für viele ist er immer noch Deutschlands größter Staatsmann. Die Dokumentation „Bismarck – Kanzler und Dämon“ fokussiert neben der einzigartigen Karriere des aus Pommern stammenden Landjunkers auch den privaten Menschen Otto von Bismarck. Widersprüche kennzeichnen ihn und sein Werk: Depressiv, aggressiv, gebildet, feinsinnig und grobschlächtig zugleich. Mit zum Teil aufwendigen Inszenierungen zeichnet Autor und Regisseur Christoph Weinert ein neues, vielen unbekanntes Bild des ersten deutschen Reichskanzlers. So konnte Bismarck hemmungslos über den Tod seiner geliebten Dogge weinen, in tiefe Depression fallen oder seine politischen Misserfolge und sein persönliches Unglück in Fress- und Sauforgien ersticken. Bismarck verfolgte aber auch mit harter Hand und scharfem Kalkül seine politischen Ziele und ging mit aller Macht gegen seine politischen Feinde vor. So gestattet der Film einen neuen, bislang weniger bekannten Blick auf eine Schlüsselfigur der deutschen Geschichte.
